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Lebenslauf

23.2.1928 Geboren in Groß Wandriß/Niederschlesien. Sie wächst als Tochter eines Schulleiters im Kreis von sechs Geschwistern auf.
1945 Kriegsbedingter Abbruch der Ausbildung zur Landwirtschaftslehrerin. Flucht der Familie vor der heranrückenden sowjetischen Armee nach Beelitz und Potsdam. Sie selbst verschlägt es nach Niebüll in Holstein.
Anfang 1946 Rückkehr in die SBZ nach Beelitz zu den Eltern im Zuge eines offiziellen Austauschtransports aus der englischen Besatzungszone.
26.4.1947 Festnahme durch sowjetische Soldaten während einer Razzia auf einer Tanzveranstaltung in Beelitz/Stadt. Der Grund ist ihr Ausweis, der aus der englischen Besatzungszone stammt. Untersuchungshaft im KGB-Gefängnis in Potsdam (Leistikowstraße) und in Rathenow.
August 1947 Verlegung in das sowjetische Speziallager Sachsenhausen ohne vorheriges Gerichtsverfahren und Urteil.
Februar 1950 Nach Auflösung des Speziallagers Sachsenhausen Verlegung in ein Gefängnis in Berlin-Lichtenberg.
6.9.1950 Verurteilung durch ein Sondergericht des Ministeriums für Innere Angelegenheiten der UdSSR in Moskau (Fernurteil) wegen angeblicher Spionage (Art. 58-6 Abs. 1 StGB der RSFSR) für den englischen Geheimdienst zu zehn Jahren Besserungsarbeitslager.

Anschließend Transport über Brest-Litowsk und Moskau nach Workuta.
Okt. 1950 – Dez. 1954 Zwangsarbeit in Workuta. Arbeit in einer Ziegelei, im Lehmabbau unter Tage und im Gleisbau.
Dez. 1954 - Jan. 1955 Arbeitslager Inta.
Jan. 1955 – Okt. 1955 Arbeitslager Potma (Waldarbeit).
15.10.1955 Entlassung in die Bundesrepublik Deutschland und Ankunft in Friedland.
16.10.1955 Ankunft in Lüneburg, dort leben mittlerweile ihre Eltern.
1956 – 1959 Erneuter Schulbesuch, Ausbildung zur Hauswirtschaftsleiterin und -lehrerin.
1959 – 1988 Berufstätigkeit als Hauswirtschaftsleiterin und –lehrerin.
1961 Heirat. Aus der Ehe geht eine Tochter hervor.
1988 Renteneintritt.
2005 Rehabilitierung durch die Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation.
Rosel Blasczyk lebt heute in der Pfalz.

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