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Eintrag vom 28.01.2026 DLF KULTUR: ZEITFRAGEN. FEATURE
Verlorene Zeit - Die letzten deutschen Rückkehrer aus dem Gulag
Gulag-Häftlinge. Späte Rückkehr – Vor 70 Jahren wurden die letzten in sowjetischen Lagern inhaftierten deutschen Zivilisten freigelassen.
Von Isabel Fannrich-Lautenschläger
Ab Herbst 1955 kehrten Zehntausende in sowjetischen Lagern inhaftierte Deutsche in die Bundesrepublik zurück. Ihre Geschichte hat, anders als die der Kriegsgefangenen, bis heute wenig Beachtung gefunden.
Zwischen Oktober 1955 und Januar 1956 konnten nach dem ersten Moskau-Besuch von Bundeskanzler Konrad Adenauer nicht nur rund 10.000 Kriegsgefangene in die Bundesrepublik zurückkehren. Auch etwa 20.000 Männer und Frauen, die nach Kriegsende in der sowjetisch besetzten Zone und in der DDR als tatsächliche oder vermeintliche Systemgegner von der sowjetischen Militäradministration verhaftet und zu hohen Lager- oder sogar der Todesstrafe verurteilt wurden, kamen frei. Während die Kriegsgefangenen bei der Rückkehr begeistert empfangen wurden, wurde das Schicksal der Zivilinternierten bis heute nur wenig beachtet. Nur wenige von ihnen leben noch. Im Feature erzählen einige der Überlebenden, ebenso wie die in der Aufarbeitung engagierten Kinder, ihre Geschichte.
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