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Nachruf
Das liberale Urgestein Günter Albrecht starb am 28. November 2013 im Alter von 85 Jahren in Krefeld.
Günter Albrecht wurde am 7. Mai 1928 in Stralsund geboren. Nach der Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft trat er 1946 in die neugegründete LDP ein und wurde mit 20 Jahren Kreisgeschäftsführer auf Usedom.
Wegen kritischer Äußerungen zum Kommunismus und seiner aufrechten Haltung wurde Günter Albrecht am 5. März 1949 von der russischen Besatzungsmacht verhaftet.
Am 21. Januar 1950 wurde er nach dem berüchtigten Gummiparagrafen 58 des StGB der RSFSR mit weiteren 31 Angeklagten - die meisten davon kannte er nicht – im Gericht am Demmlerplatz zu Schwerin von einem Sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Haft verurteilt. Bis zu seiner Freilassung 1955 mußte er Zwangsarbeit in Workuta leisten.
Nach der Haftentlassung war er nur kurz in seiner Heimatstadt Stralsund. Unmittelbar danach floh er in den Westen und holte seine zukünftige Ehefrau und seine Eltern nach.
In Krefeld hat er mit seinem Vater eine Gärtnerei mit einem Spezialbetrieb für Hydrokultur aufgebaut. Und wie selbstverständlich wurde er auch politisch wieder aktiv und trat der FDP bei. Günter Albrecht war langjähriger Vorsitzender der FDP-Stadtratsfraktion in Krefeld. 1984 schied er aus dem Krefelder Stadtrat aus.
1982 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. 1996 wurde er von der Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitiert.
Stefan Krikowski

Günter und Dorle Albrecht beim Workutanertreffen in Halle, 2011.